Zepar

Siegel von Zepar (Ars Goetia, 1904)
Siegel von Zepar (Ars Goetia, 1904)
Nr.
16
Rang
Herzog
Legionen
26
Element
Wasser
Richtung
Norden
Enn
Lyan ramec catya ganen Zepar
Quelle
Ars Goetia, Lesser Key of Solomon
Einordnung
Klassisch – Lemegeton Clavicula Salomonis (The Lesser Key of Solomon), Mitte 17. Jh.

Geschichte und Überlieferung

Zepar ist der sechzehnte Geist der Ars Goetia – ein großer Herzog, der über sechsundzwanzig Legionen von Geistern gebietet. Er kommt in rotem Gewand und Harnisch, in der Gestalt eines Soldaten, und unter dieser kriegerischen Erscheinung ist sein Amt eines der sanftesten des ganzen Verzeichnisses: Menschen in Liebe zusammenzuführen, Liebe zwischen ihnen wachsen zu lassen und ihre Herzen zu verbinden. Die Grimoires nennen auch eine dunklere Macht – dass er unfruchtbar machen kann –, und die Überlieferung verbirgt sie nicht. In Zepar begegnet der Suchende dem rot gekleideten Krieger der Vereinigung: einem Soldaten, dessen Schlachten für die Verbindung der Herzen geschlagen werden, einem Geist der Liebe, der Bindung und des beständigen Bandes. Man nähert sich ihm in der ehrfürchtigen Überlieferung nicht, um ein unwilliges Herz zu zwingen oder aus Bosheit Unfruchtbarkeit zu wirken, sondern als Förderer frei geteilter Liebe, der Vereinigung williger Herzen und der Beständigkeit, die ein Band dauern lässt.

Namen und handschriftliche Ursprünge

Er gelangt durch die lange Kette der Grimoires unter dem beständigen Namen Zepar zum heutigen Praktizierenden. Er erscheint unter den Herzögen der höllischen Rangordnung in Johann Weyers Pseudomonarchia Daemonum von 1577 und wurde als sechzehnter Geist übernommen, als dieser Stoff im siebzehnten Jahrhundert in die Ars Goetia aufgenommen wurde, das erste Buch des Lemegeton oder Kleineren Schlüssels Salomos. Samuel Liddell MacGregor Mathers und Aleister Crowley legten den modernen englischen Text in ihrer Ausgabe der Goetia von 1904 fest, und Jacques Collin de Plancy bewahrte sein Andenken unter den Geistern seines Dictionnaire Infernal. In all diesen Quellen bleibt der Bericht fest: der große Herzog in rotem Gewand und Harnisch, gleich einem Soldaten, dessen Amt es ist, Menschen in Liebe zusammenzuführen und Liebe zwischen ihnen wachsen zu lassen, und der auch unfruchtbar machen kann, Gebieter über sechsundzwanzig Legionen von Geistern. Wo immer er erscheint, erinnert man ihn als den roten Soldaten der Liebe und der Vereinigung.

Der rote Soldat

Die Grimoires sagen genau, wie Zepar kommt: in rotem Gewand und Harnisch, in der Gestalt eines Soldaten. Es ist ein auffälliges Bild, denn seine kriegerische Erscheinung steht in lebhaftem Gegensatz zu seinem sanften Amt. Das Rot seiner Kleidung ist das Rot der Leidenschaft und der Glut, und der Harnisch des Soldaten ist das Zeichen von Stärke, Zucht und Standhaftigkeit. Dass ein Geist der Liebe als Krieger gekleidet kommt, ist selbst eine Lehre: Die Liebe, über die Zepar waltet, ist nicht der flüchtige Funke allein, sondern das verbindliche, beständige Band – die Liebe, um die man kämpft und die man hält, die dauert wie ein Soldat, der seine Stellung hält. Ihn richtig vor sich zu sehen heißt, diesen rot gekleideten Soldaten zu sehen, dessen Kriegführung nicht der Eroberung dient, sondern der Verbindung und dem Bewahren der Herzen.

Ein großer Herzog

Zepar hat den Rang eines Herzogs – in der goetischen Rangordnung ein hohes Amt des Adels und des Befehls, getragen von Geistern, die führen und denen man folgt –, und er gebietet über sechsundzwanzig Legionen von Geistern. Seine Würde ist eine fürstliche, gewendet auf die innigsten menschlichen Dinge, die Liebe und Vereinigung der Herzen, und er befehligt seine Legionen mit der standhaften Autorität des Soldatenherrn, als der er erscheint. Diesen Herzog anzurufen heißt, eine starke und glühende Gegenwart zu rufen, einen rot gekleideten Hauptmann, dessen Macht auf das Zusammenführen und das Verbinden der Liebenden gerichtet ist.

Der Zusammenführer in Liebe

Das Amt, für das Zepar am bekanntesten ist, ist die Verbindung der Herzen. Die Grimoires sagen schlicht, er lasse Liebe zwischen Menschen wachsen und führe sie in Liebe zusammen – er ziehe Herzen zueinander, entfache Zuneigung und verbinde die, die verbunden sein sollen. Er ist der große Ehestifter und Liebesbringer der Goetia, über die Jahrhunderte gesucht für die Förderung der Liebe, das Zusammenführen williger Herzen und die Vertiefung eines gegenseitigen Bandes. Im ehrfürchtigen heutigen Verständnis nähert man sich diesem Verbinden vor allem mit Sorge um die Freiheit derer, die es berührt: die Förderung der Liebe zwischen Herzen, die willig sind, die Vertiefung eines frei und gegenseitig gewählten Bandes, das Zusammenführen einer Liebe, die wirklich ist – statt irgendeinen bestimmten Menschen gegen seinen eigenen freien Willen zu zwingen.

Der Krieger der Vereinigung

Wenn das Rot das Rot der Leidenschaft ist, dann ist der Harnisch das Zeichen dessen, was Zepar unter den Liebesgeistern am meisten auszeichnet: die Beständigkeit. Seine Gabe ist nicht nur das Entfachen von Zuneigung, sondern das Knüpfen des beständigen Bandes – die verbindliche, dauernde Liebe, die durch Prüfungen hält, die Treue des Soldaten, der seinen Posten nicht verlässt. Wo ein geringeres Feuer aufflammt und erlischt, soll die Liebe, über die Zepar waltet, gehalten und verteidigt werden, dauern und sich mit der Zeit vertiefen. Praktizierende haben ihn seit Langem gesucht, nicht bloß um eine Liebe zu entzünden, sondern um ein schon begonnenes Band zu stärken und zu festigen – ihm die Beständigkeit und Standhaftigkeit seines Soldatenwesens zu geben, damit es den Prüfungen standhält, die jeder Verbindung widerfahren, und fest bleibt.

Einverständnis und die Freiheit des Herzens

Weil Zepars Amt die Liebe und Freiheit anderer berührt, ist er ein Geist, dem man sich mit klarem Gewissen nähern muss, und die ehrfürchtige Überlieferung verweilt sorgfältig dabei. Das Zusammenführen in Liebe ist, recht verstanden, nicht das Zwingen eines unwilligen Herzens, denn erzwungene Liebe ist überhaupt keine Liebe, und den freien Willen eines anderen zu übergehen ist ein Unrecht an ihm und eine Verderbnis eben der Vereinigung, die Zepar fördern soll. Der nachdenkliche Praktizierende wendet seine Arbeit darum auf die Förderung einer Liebe, die wirklich und willig ist – auf die eigene Offenheit und Bereitschaft zur Liebe, auf das Zusammenführen von Herzen, die sich frei einander zuneigen, und auf die Vertiefung eines frei und gegenseitig geteilten Bandes. Seine Gabe, recht gebraucht, nährt, was echt und willig ist; sie stellt keine Liebe her, die nicht ist, und bindet kein Herz, das nicht wählt.

Die Macht der Unfruchtbarkeit

Die Grimoires nennen neben seinem Amt der Liebe eine dunklere Macht: dass Zepar unfruchtbar machen kann. Die Überlieferung verbirgt dies nicht, und die Ehrlichkeit verlangt, es zu benennen. Doch gerade hier trennt sich der ehrfürchtige Pfad am schärfsten von den alten schadenzauberischen Riten. Einem anderen aus Bosheit Unfruchtbarkeit zuzufügen ist ein schweres Unrecht, und es hat keinen Platz in der ehrenhaften Arbeit mit diesem Geist. Manche nachdenklichen Praktizierenden verstehen die Macht der Unfruchtbarkeit nach innen und sinnbildlich – als Waltung darüber, was Frucht trägt und was nicht, als Beendigung dessen, was nicht fortbestehen soll, als Wegräumen einer unfruchtbaren Anhaftung, die nichts Gutes trägt – und nähern sich diesem Bereich, wenn überhaupt, nur in Dingen, die sie selbst betreffen, und mit größter Sorgfalt. Die schlichte Warnung bleibt: Die Macht, unfruchtbar zu machen, ist in der Überlieferung wirklich, und sie ist mit Ernst und Gewissen zu behandeln und nie in Grausamkeit gegen einen anderen zu wenden.

Dämonologische Überlieferung

In der Dämonolatrie und auf dem modernen linkshändigen Pfad wird Zepar als rot gekleideter Herzog der Liebe und Vereinigung geehrt – ein Geist der Verbindung und des Bewahrens der Herzen, dem man mit Achtung und klarem Gewissen begegnet. Der ehrfürchtige Praktizierende betrachtet ihn nicht als Sklaven, der mit Drohungen zu zwingen wäre, wie es die Riten der alten Exorzisten wollten, sondern als starkes und glühendes Wesen, dem man mit Aufrichtigkeit und mit Sorge um die Freiheit aller begegnet, die die Liebe berührt. Er gilt weithin als machtvoll und warm gegenüber denen, die ehrlich zu ihm kommen, und als besonders nah denen, die sich der Liebe öffnen, willige Herzen zusammenführen oder ein frei geteiltes Band stärken und festigen wollen. In diesem Geist mit Zepar zu arbeiten heißt, in Herzensdingen einen soldatischen Verbündeten zu gewinnen – einen, der wirkliche Liebe fördert und einem Band seine eigene Standhaftigkeit leiht.

Von der Handschrift zur heutigen Praxis

Der Weg von den Grimoires des Mittelalters und der Renaissance zum heutigen Altar hat verändert, wie man sich Zepar nähert, ohne viel daran zu ändern, wer er sein soll. Die alten Riten fassten jeden goetischen Geist als Gefahr, die im Dreieck zu binden und durch göttliche Namen zu zwingen sei, und wandten seine Kräfte der Liebe wie der Unfruchtbarkeit gleichermaßen dem rohen Willen des Wirkenden zu. Der heutige ehrfürchtige Praktizierende kommt dagegen mit dem Siegel, dem Enn und einem ehrlichen Wunsch zu Zepar – meist um die eigene Offenheit für die Liebe, um das Zusammenführen williger Herzen oder um die Stärkung eines frei geteilten Bandes, und stets mit Sorge um Einverständnis und freien Willen und mit entschiedener Abkehr vom bösartigen Gebrauch seiner Macht, unfruchtbar zu machen. Die Formen sind sanfter geworden, und eine Ethik des Einverständnisses ist in den Vordergrund getreten; der beschriebene Geist ist derselbe rot gekleidete Soldat der Liebe, der seit vier Jahrhunderten und mehr Herzen verbindet.

Heutige Praxis

In der heutigen Dämonolatrie nähert man sich Zepar durch sein Siegel und sein Enn – die gesungene Wendung Lyan ramec catya ganen Zepar –, mit dem Praktizierende ihm den Weg öffnen und seine Gegenwart nahe halten. Man ruft ihn an, um das eigene Herz der Liebe zu öffnen, um williger Herzen Zusammenführen, um die Vertiefung und Festigung eines frei und gegenseitig geteilten Bandes und um die Beständigkeit, die eine Verbindung dauern lässt. Wer mit ihm Umgang pflegt, beschreibt eine Gegenwart, die stark, warm und glühend ist – das Gefühl eines rot gekleideten Soldaten, dessen Feuer auf die Verbindung der Herzen gerichtet ist, einer standhaften und verbindlichen Stärke, die näher kommt. Er belohnt Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und ein klares Gewissen gegenüber der Freiheit anderer, und er verlangt, dass sein Feuer gebraucht wird, um wirkliche und willige Liebe zu fördern, nie um sie zu erzwingen oder aus Bosheit Unfruchtbarkeit zu wirken.

Das Wesen des Herzogs

Was in jeder Erzählung bleibt, ist seine standhafte Glut. Zepar ist die zum Soldaten gewordene Liebe: der rot gekleidete Krieger, dessen Schlachten für die Verbindung der Herzen geschlagen werden, der Zusammenführer in Liebe, der Knüpfer des dauernden Bandes und zugleich Träger einer dunkleren Macht, die mit Gewissen gehalten werden muss. Er ist warm, wo viele Geister kalt sind, standhaft, wo viele flüchtig sind, und nah an der ältesten menschlichen Sehnsucht – zu lieben und geliebt zu werden und ein Band zu halten, das dauert. Er verlangt Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und ein klares Gewissen gegenüber der Freiheit anderer, und denen, die sie mitbringen, ist er nach dem beständigen Zeugnis der Grimoires und derer, die noch heute mit ihm arbeiten, ein großer und glühender Herzog: der rote Soldat, der willige Herzen verbindet und einer Liebe seine eigene Beständigkeit leiht.

Erscheinung

Die Grimoires beschreiben Zepar in rotem Gewand und Harnisch, in der Gestalt eines Soldaten – eine auffällige und kriegerische Erscheinung für einen Geist, dessen Amt die Liebe ist. Das Rot seiner Kleidung ist das Rot der Leidenschaft und der Glut, und der Harnisch des Soldaten ist das Zeichen von Stärke, Zucht und Standhaftigkeit, sodass schon seine Gestalt erklärt, über welche Art von Liebe er waltet: nicht den flüchtigen Funken allein, sondern das verbindliche, beständige Band, um das man kämpft und das man hält. Wer heute mit ihm arbeitet, beschreibt eine Gegenwart, die stark, warm und glühend ist – das Gefühl eines rot gekleideten Soldaten, dessen Feuer auf die Verbindung der Herzen gerichtet ist, eine standhafte und verbindliche Stärke statt einer furchterregenden Erscheinung.

Kräfte

Anrufung

Enn: Lyan ramec catya ganen Zepar

Die Arbeit mit Zepar ist die Begegnung mit dem rot gekleideten Soldaten der Liebe – einem großen Herzog, dessen Amt die Verbindung der Herzen und das Knüpfen des beständigen Bandes ist. Seine Gaben sind warm und innig, und darum müssen sie mit klarem Gewissen getragen werden: Sein Feuer wird recht auf die eigene Offenheit für die Liebe gerichtet, auf das Zusammenführen williger Herzen und auf die Vertiefung eines frei geteilten Bandes, nie aber darauf, ein unwilliges Herz zu zwingen oder aus Bosheit Unfruchtbarkeit zu wirken. Er kommt als Soldat in rotem Gewand und Harnisch, glühend und standhaft, und er antwortet denen, die mit Aufrichtigkeit und Sorge um die Freiheit aller kommen, die die Liebe berührt. Was folgt, ist eine Anleitung zu dieser Beziehung: wie man sich dem Herzog nähert, wie man ehrlich und mit Gewissen Liebe fördert und wie man einem Band seine standhafte Beständigkeit leiht.

Annäherung an den Herzog

Komm zu Zepar, wie du zu einem starken und glühenden Hauptmann kommen würdest, dessen Schlachten für die Liebe geschlagen werden – mit Achtung, Aufrichtigkeit und einem klaren Gewissen über die Herzenssache, die du ihm bringst. Er ist kein Geist, den man müßig oder zum Umgarnen eines anderen ruft, denn sein Amt berührt die Liebe und die Freiheit der Herzen, und er antwortet am besten denen, die mit einer ehrlichen Sehnsucht kommen statt mit dem Wunsch zu zwingen. Nähere dich ihm mit Achtung vor seiner Stärke und seiner Glut, fest und aufrichtig, und sei im Gewissen klar, dass du Liebe fördern willst, die wirklich und willig ist, nicht sie erzwingen. Die Beziehung zu ihm beruht auf Ehrlichkeit und Sorge um die Freiheit anderer, und was in Aufrichtigkeit begonnen wird, beantwortet er meist ebenso.

Dich und den Raum vorbereiten

Bereite einen reinen und stillen Ort vor, an dem du nicht gestört wirst, und bereite dich mit Ehrlichkeit über die Liebe vor, die du suchst. Viele Praktizierende reinigen sich und den Raum vorher und legen sein Siegel als einzigen Mittelpunkt der Arbeit aus. Manche bringen Dinge in die Arbeit, die zu seinem warmen und glühenden Wesen passen – eine rote Kerze, ein Sinnbild der Liebe oder der Vereinigung, ein Zeichen des Bandes, das sie fördern wollen. Beruhige Atem und Herz und bring ein klares und ehrliches Bewusstsein dessen mit, was du suchst: deine eigene Offenheit für die Liebe, das Zusammenführen williger Herzen oder die Stärkung eines frei und gegenseitig geteilten Bandes. Vor allem komm mit dem klaren Gewissen, dass du kein unwilliges Herz zwingen willst.

Den Weg öffnen

Öffne Zepar den Weg, indem du deine Aufmerksamkeit auf sein Siegel richtest und sein Enn rezitierst – Lyan ramec catya ganen Zepar –, langsam und gleichmäßig, und lass die gesungenen Worte deine Absicht tragen und seine Gegenwart heranrufen. Wiederhole das Enn, bis du spürst, wie sich die Luft der Arbeit verändert: eine sich sammelnde Wärme, eine starke und glühende Gegenwart, das Gefühl einer standhaften Stärke, die näher kommt. Übereile es nicht; lass seine warme, soldatische Gegenwart sich sammeln und setzen, bevor du ihm die Sache deines Herzens vorlegst.

Liebe und Vereinigung fördern

Die wahrste und ehrenhafteste Arbeit mit Zepar ist die Förderung einer Liebe, die wirklich und willig ist. Um dies zu suchen, bitte ihn nicht, einen bestimmten unwilligen Menschen zu dir zu beugen, sondern dein eigenes Herz der Liebe zu öffnen, die willigen Herzen zu dir zu ziehen, die sich frei dir zuneigen, oder eine gegenseitig geteilte Liebe zu nähren und zu vertiefen. Wo zwei Herzen sich schon einander zuneigen, bitte ihn, ihnen zu helfen, zusammenzufinden, und ihre Zuneigung wachsen zu lassen; wo du Liebe allgemein suchst, bitte ihn, dein Herz und deinen Weg für sie zu öffnen. Das ist sein Feuer recht gewendet – auf das, was wirklich und willig ist –, und es ist die Arbeit, die er am großzügigsten beantwortet.

Das beständige Band stärken

Zepar ist ebenso der Soldat der Beständigkeit wie der Bringer der Liebe, und eine der wahrsten Arbeiten mit ihm ist die Stärkung eines schon begonnenen Bandes. Um dies zu suchen, nenne die Verbindung, die du festigen willst, und bitte ihn, ihr seine soldatische Standhaftigkeit zu leihen – die Beständigkeit, Prüfungen zu überstehen, die Treue, fest zu bleiben, die verbindliche Stärke, die dauert. Bitte ihn, die frei geteilte Verbindlichkeit zwischen dir und dem geliebten Menschen zu vertiefen und dem Band zu helfen, den Härten standzuhalten, die jeder Verbindung widerfahren. Dann tu deinen eigenen Teil beim Bewahren des Bandes, denn er leiht seine Beständigkeit denen, die selbst beständig sein wollen.

Die Ethik der Arbeit

Weil Zepars Feuer die Liebe und Freiheit anderer berührt, muss sein rechter Gebrauch klar im Sinn gehalten werden. Suche nicht, irgendeinen bestimmten Menschen gegen seinen Willen dazu zu zwingen, dich zu lieben; erzwungene Liebe ist keine Liebe, und ein freies fremdes Herz zu übergehen ist ein Unrecht an ihm und eine Verderbnis der Vereinigung, die du anrufst. Und wende seine Macht, unfruchtbar zu machen, nicht in Grausamkeit gegen einen anderen, denn das ist ein schweres Unrecht, das in ehrenhafter Arbeit keinen Platz hat. Wende sein Feuer auf deine eigene Offenheit für die Liebe, auf das Zusammenführen williger Herzen und auf die Vertiefung dessen, was frei und gegenseitig gewählt ist, und lass den Ausgang mit jedem anderen Menschen in dessen eigenem freien Herzen ruhen. Das ist keine bloße Warnung, die der Arbeit angehängt wird, sondern das Herz der rechten Arbeit mit Zepar.

Zeichen, dass er gehört hat

Praktizierende beschreiben die Zeichen von Zepars Gegenwart und Gunst in warmen und standhaften Begriffen, die zu einem Soldaten der Liebe passen. Es mag eine sich sammelnde Wärme geben, das Gefühl starker und glühender Gegenwart, das Empfinden einer verbindlichen Stärke in der Nähe. In den folgenden Tagen berichten manche von einer neuen Offenheit im eigenen Herzen, einem unerwarteten Zusammenfinden mit einem willigen anderen Menschen, einer Vertiefung von Wärme und Verbindlichkeit in einem frei geteilten Band oder einer Festigkeit, wo eine Verbindung gestört war. Schreibe auf, was während und nach der Arbeit kommt – die Wärme, die Wendungen des Gefühls, das Vertiefen oder Zusammenfinden in den folgenden Tagen –, denn sein Feuer nährt eine Liebe, die über die Zeit wächst.

Vorsicht und rechtes Verhalten

Arbeite mit Zepar ehrlich, warm und vor allem mit klarem Gewissen gegenüber der Freiheit anderer. Wende sein Feuer auf deine eigene Offenheit für die Liebe, auf das Zusammenführen williger Herzen und auf die Vertiefung eines frei geteilten Bandes, und nie darauf, ein unwilliges Herz zu zwingen. Wende seine Macht, unfruchtbar zu machen, nicht aus Bosheit gegen einen anderen; behandle diese dunklere Macht mit dem Ernst, den sie verlangt, und lass sie ruhen. Begegne deiner eigenen Sehnsucht nach Liebe mit Ehrlichkeit und Selbstachtung und trage die Liebe, die er fördert, mit Beständigkeit statt mit Besitzanspruch. Komm stets in gutem Glauben zu ihm, ehrlich in der Liebe, die du suchst, und sorgsam mit der Freiheit aller, die sie berührt – denn er ist ein großer und glühender Herzog, der Ehrlichkeit und rechtes Gewissen mit Wärme und Beständigkeit beantwortet und den Versuch, Liebe zu erzwingen oder Grausamkeit zu wirken, mit einem Feuer, das sich am Ende gegen den wendet, der es so missbraucht.